Der Florianer Chorherr Josef Gaisberger (1792-1871) gilt als "Vater der oberösterreichischen Altertumsforschung". Beseelt vom Gedankengut der Romantik versuchte er seine Zeitgenossen für die Erforschung der oberösterreichischen Vergangenheit, vor allem der Bodendenkmale, zu begeistern. Als eifriger Sammler wertete er die archäologische Funde wissenschaftlich aus, die in Enns, Wels, Linz und 1835 beim Bahnbau Linz- Gmunden getätigt wurden. Josef Gaisberger betreute die archäologische Sammlung des 1833 neu gegründeten Museums Francisco-Carolinum in Linz. Die ersten planmäßigen Ausgrabungen in Oberösterreich in Schlögen standen ebenso unter der Aufsicht Gaisbergers, wie die Ausgrabungen der Straßenstation in Windischgarsten, in Lauriacum, in Wels und in Überackern, sowie der urgeschichtlichen Gräber von Hallstatt. Seine zahlreichen Publikationen zeigen einen außergewöhnlich fortschrittlichen Ansatz und weisen den Autor als führenden Archäologen seiner Zeit aus.
Literatur: Niegl 1980, 95ff. Winkler 2003, 27.
1832: Fund einer Straße (Wernstein)
1835-1842: Kanalbau Lessinggasse, Promenade, Herrenstraße, Klammstraße (Kartierungen) (Linz)
1837: Hauptplatz (Siedlungsfunde, Granitsteinsetzungen) (Linz)
1838-1840: Freilegung von Kastellmauern (Haibach ob der Donau)
1841-1842: Altstadt 15 - Waaggasse (Siedlungsschicht, Skelett) (Linz)
1851-1852: Schlossgarten (Hypokausten) (Enns)
1864-1865: Ausgrabung Mösendorf (Vöcklamarkt)
1868: Fund von Hipposandalen (Sankt Pankraz)
1868-1869: Freilegung eines Gebäudekomplexes (Windischgarsten)