Bad Leonfelden, 2001 zur Stadt erhoben, liegt an der Grenze zu Tschechien. Über Bad Leonfelden führt die kürzeste Verbindung vom 27 km entfernten Linz nach Böhmen, über den Haselgraben, Zwettl an der Rodl und Bad Leonfelden nach Vyssi Brod/Hohenfurth.
Geographie: Die mitteleuropäische Wasserscheide verläuft durch den Norden des Gemeindegebietes, sodass ein Teil der Gewässer über die Moldau in die Nordsee fließt. Das restliche Gemeindegebiet entwässert über die Große Rodl in die Donau. Die häufigste Gesteinsart ist Schlierengranit, gefolgt von Mauthausner Granit, Perlgneis und Weinsberger Granit. An den Hängen des Sternsteins, des zweithöchsten Berges im Mühlviertel (Der Gipfel 1125 m, befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Vorderweißenbach) breitet sich der Sternwald aus. Das Hochland von Leonfelden und Reichenthal ist eine Beckenlandschaft. Die häufigste Hausform ist der Mühlviertler Dreiseithof. 61 % des Gemeindegebietes werden landwirtschaftlich genutzt, 35 % sind von Wald bedeckt. In Bad Leonfeldenkamen auch neolithische Funde zum Vorschein.In den Bauernkriegen 1626 wurde Bad Leonfelden vergeblich von den Bauern belagert. EW 4037 (Stand 2009) Katastralgemeinden sind Dietrichschlag, Laimbach, Leonfelden, Stiftung bei Leonfelden und Weigetschlag.
Bezirk: Urfahr-Umgebung
Bundesland: Oberösterreich
Staat: Österreich
Region(en): Mühlviertel
Seehöhe: 750m
Koordinaten: 14° 17' 36" ost / 42° 31' 31" nord Karte zeigen
Rechtlicher Status:
Der Ort wurde 1236 erstmals als Lobenwelt urkundlich erwähnt. Der
Name setzt sich aus dem althochdeutschen Personennamen "Lobo" und
dem mittelhochdeutschen "velt" (Feld, Fläche, Ebene) zusammen. Bad
Leonfelden ist eine Gründung der Herren von Wilhering/Waxenberg,
denen das Gebiet zwischen Kleiner Rodl und Haselgraben gehörte.
Viele Ortsnamen im Gemeingegebiet enden auf -schlag,
charakteristisch für die spätmittelalterliche Rodungsphase. Um die
Mitte des 14. Jahrhunderts war die Besiedlung beendet. 1356 wurde
Bad Leonfelden in einer Urkunde der Herrschaft Waxenberg als Markt
mit Maut und Gericht genannt. Einen wirtschaftlichen Nachteil
stellte für Bad Leonfelden der sogenannte Straßenzwang dar: Auf der
Nord-Süd-Route war die Handelsstraße durch Freistadt zwingend
vorgeschrieben. 1361 begannen die ausdrücklichen Verbote der
Haselgrabenstraße. Bis ins Hohe Mittelalter war die Handelsstraße
ein Saumweg. Im 14. Jahrhundert wurde dieser in eine Fahrstraße
umgewandelt. Nach Norden verhandelte man Salz und Eisen, nach Süden
Lebensmittel, Bier, Flachs und Textilien.1429 wurde der Markt durch
die Hussiten verwüstet, in Folge wurde der Ort mit einer Ringmauer
und einem Graben befestigt. Mit den Außenmauern des Pfarrhofes ist
ein Teil der Ringmauern erhalten. Die heutigen Ringstraße
bezeichnet noch den einstigen Mauerring. Zwei Tore, das Linzer- und
das Böhmertor, wurden errichtet.
Die 1220 urkundlich genannte Burg Stern konnte bis jetzt nicht
lokalisiert werden.
Urkundliche Erwähnungen: 1236 "Lobenwelt" Urkundenbuch des Landes ob der Enns II, n.
182;
1291 "Ecclesia in Lonuelde" Urkundenbuch des Landes ob der Enns IV,
n. 154;
1356 "Lonueld der marchtt unnd mautt und gericht" Urkundenbuch des
Landes ob der Enns VII, n. 457;
1377 "daz saltz von Lintzz gen Lanvelden gefuert" Urkundenbuch des
Landes ob der Enns IX, n. 201.
Pfarrgeschichte: Das Gebiet von Bad Leonfelden gehörte zunächst zur Pfarre Gramastetten. 1292 wurde die Pfarre Bad Leonfelden gegründet. Heute ist Bad Leonfelden eine inkorporierte Stiftspfarre des Zisterzienserstiftes Wilhering mit den Filialpfarren Oberneukirchen und Vorderweißenbach.
Gemeinde-Nr: 41603
Literatur: Pfeffer 1960, 198, 213. Schwanzar 1993c, 107. Hofer 1962, 14. Ardelt 1966, 85. Wurzinger 1991, 15, 17, 19, 21, 22. Bad Leonfelden 1991), 205-214.'>Huemer 1991b, 20. Hohensinner - Wiesinger 2006, 97-103.
Links: Gemeinde und Kurverband Bad Leonfelden